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FMEA, Fehlermöglichkeits- und Einflussanlayse (Failure Mode and Effects Analysis)

Die FMEA ist eine Methode zur Risikobewertung durch Identifizierung möglicher Fehler und deren Auswirkung.

Sie kann schon im planerischen Bereich eingesetzt werden. Ihre Wurzeln liegen in den USA und wurden in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts für den Raumfahrtbereich entwickelt.

Eine Risikobewertung erfolgt auf Produktebene (Qualität, Kosten) bis hin zu möglichen Auswirkungen auf/für den Kunden.
Die Risikobewertung mittels FMEA für Produkte oder Prozesse wird hinsichtlich des Anwendungsbereiches in 3 FMEA-Typen unterschieden:

FMEA-Typ

Risikobewertung für

System

Anlagen (z. B. Fahrzeuge)

Konstruktion

Bauteile (z. B. Zündelektronik)

Prozess

Prozessschritt

Eine FMEA kann typbezogen durchgeführt werden und diese Vorgehensweise erscheint im ersten Ansatz übersichtlicher, aber letztlich handelt es sich immer um einen Prozess, Teilprozess oder Prozessschritt:

Prozessregelkarten, die 5 M's

Obige Grafik macht deutlich, dass eine FMEA strukturiert von einem Team durchgeführt werden muss.
Die Durchführung einer FMEA kann in folgenden Schritten erfolgen:

1. Vorbereitung

- Art und Umfang festlegen
- Zustimmung der Leitung einholen (Kosten, Mitarbeiter,...)

2. FMEA-Team bilden

- Projektleiter festlegen
- Teammitglieder festlegen (Kernteam)
- Spezialisten bei Bedarf hinzuziehen

3. Analyse

- Prozess- / Systemanalyse
- Darstellung als Struktur

4.Funktion und Funktionsstruktur

- Beschreibung der Funktion im Zusammenhang mit dem Prozess- oder Systemelement

5. Fehleranalyse

- Funktionsanalyse (Pkt. 4) durchgehen und mögliche Abweichungen identifizieren
- Zusammenhänge in einer Fehlerstruktur darstellen

6. Risikobewertung auf Basis der Fehleranlyse (Pkt. 5) durchführen und als Risikoprioritätszahl RPZ ausdrücken

- Fehlfunktion als Bedeutung für den Kunden mit einer Bewertung zwischen 1 (= keine Bedeutung/Auswirkung) und 10 (= max. Auswirkung/Bedeutung) als Wahrscheinlichkeit abschätzen (B-Wert)
- Entdeckungsmaßnahmen mit Wahrscheinlichkeiten zwischen 1 (hoch) und 10 (praktisch unmöglich) definieren. Entdeckungsmaßnahmen sind Vorkehrungen, die das Auftreten eines Fehlers verhindern oder die Bedeutung für den Kunden minimieren (E-Wert).
- Auftrittswahrscheinlichkeit (A-Wert), ebenfalls als Schätzung zwischen 1 (niedrig) und 10 (hoch) festlegen

RPZ-Berechnung:
               RPZ = B * E * A

Die RPZ sollte so klein wie möglich sein!

7. Optimierung

Bei hohen Bewertungen für B, E oder/und A sind Optimierungen nötig.
Die Bewertung(en) zur Optimierung werden unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ausgesucht. Nach einer durchgeführten Optimierung ist der betroffene Teil der FMEA zu aktualisieren.

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